Bei der BH zu beachten

Originaltext von Petra Domke:

Allgemeine Hinweise

  • Papiere mitbringen (Impfausweis/VDH-Ahnentafel/Leistungskarte falls vorhanden/ Mitgliedsausweis von Hundeführer und Halter des Hundes)
  • rechtzeitiges Eintreffen (werdet ihr, weil Aufregung)
  • Hund rechtzeitig lösen, aber nicht ermüden
  • schlichte 1 m Leine und schlichtes Halsband mitbringen, seit 2001 muß es keine Kette mehr sein, Zecken-/ Flohhalsbänder müssen abgenommen werden
  • Der Richter hat immer recht, keine Diskussion!
  • Während der Prüfung darfst Du kein Spielzeug oder Futter in den Taschen haben! Zeige dem Hund vor der Prüfung den Ball, tu so, als würdest Du ihn einstecken und leg ihn dann unauffällig weg.
  • Läufige Hündinnen dürfen teilnehmen, aber als letztes. Sie müssen dem Richter und Prüfungsleiter gemeldet werden. Seid fair, wenn Ihr auch nur den Hauch eines Verdachtes habt, dass Eure Hündin läufig sein könnte! Die Rüdenbesitzer möchten auch gerne bestehen!!

Teil 1 (Unterordnung)

  • Anmelden:
    Zu Beginn melden sich die beiden vorführenden Hundeführer beim Richter an. Der Hund sitzt in Grundstellung, der Richter wird Euch die Hand geben und begrüßen. Ihr meldet Euch mit den Worten: “Hundeführer/in XY meldet sich mit dem Boxer … zur Begleithundeprüfung Teil A.” Der Richter kann hier eine Unbefangenheitskontrolle verlangen und die Tätowierung des Hundes kontrollieren. Die Tätowierung solltet Ihr auf Verlangen wissen.
    Dann wird der Richter einen Hundeführer bitten, den Hund abzulegen, der andere soll vorführen.
  • Ablage:
    Du begibst Dich mit Deinem angeleinten Hund bei Fuß zum Ablageplatz (der kann für Hündinnen und Rüden getrennt sein), drehst Dich zum Richter und der Hund sitzt in Grundstellung. Nun leinst Du den Hund ab, steckst die Leine ein oder hängst sie Dir um (Karabiner rechts/linke Schulter) und wartest auf das Zeichen des Richters. Wenn er Dir das Zeichen gibt, gibst Du das Hörzeichen “PLATZ”, wartest, dass der Hund liegt und gehst dann 30 Schritt weg und stellst Dich mit dem Rücken zum Hund. Etwas seitlich ist ok, dann kannst Du, wenn der Richter schreibt, um die Ecke schielen.
    Wenn der andere Hund seine Vorführung beendet hat, gehst Du auf Richteranweisung wieder zu Deinem abgelegten Hund und stellst Dich auf seine rechte Seite. Noch nicht anleinen! Wenn der Richter Dir das Zeichen gibt, gibst Du das Hörzeichen SITZ, wenn der Hund in Grundstellung neben Dir sitzt, leinst Du ihn an und gehst dann entweder zum Vorführen oder zur Abmeldung zum Richter.
    Wenn Du erst vorführst und dann zum Ablageplatz gehst, sei beim Wechsel fair zu dem anderen Hundeführer und halte genügend Abstand, damit er zunächst seinen Hund in Ruhe abholen kann, bevor Du zum Ablageplatz gehst. Wenn Du mit Deinem Hund zu dicht herankommst, kann es passieren, dass der Hund aus der Ablage aufsteht, bevor der Richter das Zeichen gegeben hat.
  • Leinenführigkeit:
    Die Leinenführigkeit wird nach dem in der Prüfungsordnung beschriebenen Schema gezeigt. Die Leine hältst Du während der Leinenführigkeit in der linken Hand. Sie muß durchhängen. Du nimmst mit Deinem Hund die Grundstellung an dem zugewiesenen Platz ein und wartest dann, bis der andere Hundeführer seinen Hund abgelegt hat und sich entfernt hat. Dann guckst Du den Richter an und wartest, bis er Dir das Zeichen zum Beginn gibt. Du mußt dann nicht sofort losgehen, sondern kannst warten, bis Dein Hund auf Dich konzentriert ist. Dann gehst Du mit dem Hörzeichen FUSS an und 50 Schritt geradeaus. Gegen Ende dieser 50 Schritt beginnst Du schon, Deinen Hund auf die bevorstehende Kehrtwendung vorzubereiten. Der Richter ist dann mindestens 50 Schritt hinter Dir und wird leise Zischlaute oder ein Fingerschnipsen vor dem Körper nicht bemerken. Bereite den Hund auf die Kehrtwendung vor und mache die Kehrtwendung erst, wenn der Hund aufmerksam ist, auch wenn Du dann vielleicht 52 Schritte machen mußt. Die Angaben in der PO sind Mindestangaben. Bei der Kehrtwendung (ohne Hörzeichen) drehe Dich nicht langsam und fast stehend auf der Stelle, sondern bleibe immer für den Hund in Bewegung. Wenn der Hund nicht genau entscheiden kann, ob Du nicht vielleicht doch stehen bleibst, wird er langsam gehen und sich unter Umständen fast setzen, weil er das ja auch soll, wenn man stehen bleibt. Drehe Dich schnell. Es gibt ein besseres Bild und warum soll der Hund sich schnell drehen, wenn Du es nicht mal tust.
    Nach der Kehrtwendung gehst Du die Gerade wieder zurück. Nach etwa 10 Normalschritten zeigst Du 10 Laufschritte und dann 10 langsame Schritte, danach gehst Du den Rest der Geraden wieder im Normalschritt. Bei diesen Gangartwechseln darfst Du das Hörzeichen FUSS verwenden. Die einzelnen Gangarten müssen deutlich unterscheidbar sein. Bereite Deinen Hund auch hier unauffällig auf die Gangartwechsel vor und hilf ihm, d.h. der Wechsel in den Laufschritt muß schief gehen, wenn der Hund in dem Moment etwas zurückhängt und Du lossprintest wie zum 100m-Lauf. Auch Hunde haben eine Reaktionszeit. Genauso beim Wechsel in den langsamen Schritt. Laß den Hund nicht ahnungslos in die Leine laufen, weil Du abrupt bremst. Gib rechtzeitig das Hörzeichen und zeige mit dem Körper, dass Du abbremst.
    Am Ende der Geraden angekommen, wird ein Winkel gezeigt, je nach Platz ein rechter oder linker Winkel. Auch hier wartest Du den richtigen Moment ab und rennst nicht nach 50 Schritt einfach Deinen Hund über den Haufen oder ziehst ihn nach rechts. Hilfestellungen sind an dieser Stelle etwas schwierig, da der Richter in der Nähe steht, aber passe einfach den richtigen Moment zwischen dem 45. und 55. Schritt ab, wo der Hund aufmerksam ist und etwas vor oder etwas weiter zurück (je nach Richtung) ist, um dann den Winkel zu gehen (kein Hörzeichen). Der Winkel hat 90 Grad und ist keine Kurve!
    Danach zeigst Du 15 Schritte im Normalschritt, der Richter ist in Deinem Rücken, mach was draus! Danach folgt ein weiterer Winkel (s.o.).
    Jetzt kommen wieder 15 Schritte im Normalschritt, danach eine Kehrtwendung auf die Du den Hund wieder vorbereiten mußt. Dann gehst Du noch 5-10 Schritte und hältst dann an. Der Hund soll sich selbständig setzen, ohne dass Du ein Hörzeichen gibst. Aber auch hier gilt: Was der Richter nicht hört… Immer schön lächeln und die Lippen beim Sprechen nicht bewegen.
    Jetzt wartest Du auf Zeichen des Richters, gehst dann mit Hörzeichen FUSS wieder an, den Weg zurück (auch den einen Winkel), 15 Schritte geradeaus und ohne Zwischenstopp in die Gruppe.
    Überleg Dir schon vorher, wie Du in die Gruppe gehst und dort Deine acht läufst. Du mußt einen rechten Bogen um eine Person herum und einen linken Bogen um eine Person herum gehen und einmal in der Nähe einer Person anhalten, der Hund soll sich da selbständig setzen. Du gehst mit dem Hörzeichen FUSS wieder an, aus der Gruppe heraus, machst eine Kehrtwendung und hältst an, Hund sitzt von alleine.
  • Freifolge:
    Jetzt wird der Hund abgeleint, die Leine umgehängt (Karabiner rechts, der Hund braucht seine Augen noch) oder weggesteckt. Hier darf der Hund gelobt und gestreichelt werden, allerdings nicht übermäßig, sonst springt er Dir nämlich auf den Kopf. Er soll dabei sitzen bleiben. Wenn Du den Hund gelobt hast, gehst Du mit Hörzeichen FUSS noch 2-3 Schritte vor und zeigst eine neue Grundstellung. Mit dem abgeleinten Hund geht es wieder in die Gruppe, es wird wieder ein Halt gezeigt und die acht um die Personen gelaufen. Den Halt zeigst Du am sinnvollsten in der Linkskurve, da der Hund dann zwischen Dir und der Person aus der Gruppe sitzt, also gerade. Nun verläßt Du die Gruppe wieder und nimmst am Anfangspunkt der Leinenführigkeit wieder die Grundstellung ein. Hier darfst Du den Hund nicht loben.
    Jetzt wartest Du auf das Zeichen vom Richter und zeigst dann alles, was Du vorher schon mit Leine gezeigt hast, auch ohne Leine. Also 50 Schritte geradeaus, kehrt, 10 normal, 10 Laufschritt, 10 Langsamschritt, Rest normal, Winkel, 15 Schritt, Winkel, 15 Schritt, kehrt, 5-10 Schritt, halt, Grundstellung, Richter anschauen, auf Zeichen weiter, Winkel zurück, 15 Schritte, Winkel zurück (weil jetzt ja statt der Gruppe die Sitzübung kommt), nach 3-5 Schritten halt, Grundstellung. Hier darfst Du den Hund wieder loben, denn die Übung Freifolge ist jetzt abgeschlossen. Denk dran, dass Du nach dem Loben wieder ein paar Schritte vorwärts machst und eine neue Grundstellung einnimmst.
  • Sitz-Übung:
    Richter anschauen, auf Zeichen warten, wenn Zeichen kommt und Hund aufmerksam ist, Hörzeichen FUSS und 10 – 15 Schritte gehen. Dann kommt im Gehen das Hörzeichen SITZ, der Hund setzt sich und Du gehst ohne Zögern und umschauen weiter. Mach auch hier den Hund aufmerksam, bevor Du das Sitz-Kommando gibst. Im Idealfall ist der Hund ein kleines bißchen weiter vor, denn dann kannst Du im Weitergehen aus dem Augenwinkel beobachten, ob der Hund sich setzt. Dreh Dich nicht um! Du kannst eh nichts ändern, wenn der Hund dann liegt oder steht. Versuch das Hörzeichen genauso wie beim Üben zu geben, verändere nicht die Lautstärke oder Betonung, wenn es zu scharf kommt, legt der Hund sich vielleicht hin. Betone das “i” ! Nicht das “z” ! (Weil Platzzzz) Nachdem der Hund sich gesetzt hat (hoffentlich), gehst Du noch mindestens 30 Schritte weiter und drehst Dich dann zum Hund um (Überraschung) und guckst den Richter an. Wenn er das Zeichen gibt, gehst Du wieder zu Deinem Hund, stellst Dich rechts neben ihn und die Übung ist beendet. Sollte der Hund liegen oder stehen, nimm ihn vorher in die Grundstellung. Jetzt darfst Du den Hund wieder loben. Dann gehst Du mit dem Hund bei Fuß wieder an den Ausgangspunkt aller Übungen und nimmst die Grundstellung ein.
  • Platz-Übung:
    Hier lobst Du den Hund bitte nicht, ansonsten mußt Du wieder ein paar Schritte gehen und eine neue Grundstellung einnehmen. Und wieder Richter anschauen, auf Zeichen warten, dann beachten, ob der Hund aufmerksam ist, Hörzeichen FUSS, 10 – 15 Schritte Normalschritt, Hörzeichen PLATZ, weitergehen, nicht umschauen, nach 30 Schritten umdrehen, Richter anschauen und auf sein Zeichen warten. Wenn das Zeichen kommt, achte auf Deinen Hund und rufe ihn mit HIER, wenn er aufmerksam ist. Während er kommt, darfst Du Deine Stellung und Armhaltung nicht verändern, also überlege Dir vorher, wie Du stehst und die Arme hältst. Wenn der Hund gekommen ist und vorsitzt, wartest Du einen Moment und gibst dann das Hörzeichen FUSS. Der Hund soll von alleine herumkommen und sich in Grundstellung setzen, aber der Richter hört wenig bei 50 Schritt Distanz. Dann seid Ihr fertig, Du leinst den Hund an und gehst entweder zum Richter oder zum Ablageplatz, je nachdem, ob Du als erstes oder zweites vorgeführt hast.
  • Abmeldung:
    Der Hund sitzt in Grundstellung, Du meldest Dich mit “Unterordnung beendet” ab und der Richter wird sicherlich noch einige Worte zu Eurer Leistung sagen. Währenddessen kann der Hund sitzen oder liegen, auf jeden Fall sollte er sich vernünftig benehmen, denn der Stadtteil kommt ja noch.

Tipps und Tricks:

  • Achte auf Deine Position zum Richter! Hilf Deinem Hund, wo immer der Richter es nicht bemerkt!
  • Mach Dir vor der Prüfung Deine Schwächen klar oder laß Dich daraufhin beobachten! Sichtzeichen sind nicht erlaubt, werden aber oft unbewußt gegeben! Wenn Du weißt, wo Du normalerweise Sichtzeichen gibst, achte bei der Prüfung bewußt darauf, sie wegzulassen, bzw. teste vorher, ob der Hund die Übung auch ohne Sichtzeichen macht!! Bereits eine Veränderung der Handhaltung z.B. beim Hörzeichen Platz (Faust machen etc.) ist ein Sichtzeichen!
  • Vermeide doppelte Hörzeichen, oft sind sie auch nicht nötig, sondern werden aus der Aufregung heraus gegeben. Lieber ein etwas verzögertes Angehen, als ein doppeltes FUSS!
  • Wenn etwas wirklich schief geht und Dein Hund verwirrt ist, nicht bei Dir bleibt oder ähnliches, dann geh nicht stur Dein Schema weiter und hoffe, dass der Hund sich wieder einkriegt, sondern breche in diesem Moment die Prüfungssituation ab, und bemühe Dich den Hund wieder an Deine Seite zu bekommen und komm selbst wieder “runter”. Wenn Du nichts tust und der Hund weiter weg läuft, womöglich noch zu dem abgelegten Hund, dann bist Du eh durchgefallen, wenn Du aber einmal deutlich sagst, was er zu tun hat und Dich bemühst, ihn zunächst unter Kontrolle zu bekommen, dann ist entweder “nur” diese Übung futsch, oder der Richter findet das sogar gut und es gibt noch eine Teilbewertung. Mit beidem kann man bestehen!
  • Verschenke keine Punkte, weil Du vor Aufregung nicht mehr weißt, wo es langgeht und Du dann “rumeierst”. Du kannst jederzeit den Richter befragen, wie es weitergeht.
  • Zwischen den Übungen hat der Hund bei Fuß zu gehen.

Teil 2 (Verkehrsteil)

Halte Dich einfach an die Anweisungen des Richters, jeder Richter hat hier unterschiedliche Anforderungen. Achte auf den Abstand zu den anderen Hunden. Der Hund soll an lockerer Leine bei Fuß gehen. Gehe vorausschauend durch die Stadt; lieber einen etwas größeren Abstand zu Dingen einhalten, vor denen Dein Hund Angst etc. haben könnte, und er kommt gut mit, als dicht dran vorbeigehen und der Hund zeigt Angst.