Revieren ist reine Unterordnung
Für die VPG1 wird zwar nur ein Revier gefordert, aber ich übe gleich von Anfang an alle sechs Reviere. Da ich das Revieren nicht direkt zum Schutzdienst zähle sondern als eine reine Unterordnung, übe ich das Revieren, am Anfang, ohne Helfer.
Zum Training brauche ich viele Würstchen und sechs weiße Pappteller. Ich gehe mit dem Hund auf den Übungsplatz, spiele eine Runde mit ihm, aber nicht zu lange. Mein Hund wird im vorderen Bereich des Platzes angebunden, so dass er alles im Blick hat. Mit ca. drei Zentimeter langen Wurststückchen und den Papptellern gehe ich nun von Versteck zu Versteck. Bei jedem Versteck rufe ich meinen Hund und mache ihn auf das Würstchen und den Teller aufmerksam. Barnabas hallo. Hier. Schau mal. Pass auf was ich hier habe. Oder so ähnlich. Den Teller stelle ich nicht zu tief ins Versteck, so dass der Hund gleich wenn er um die Ecke kommt den Teller sehen kann. Das Würstchen auf den Teller gelegt und das bei allen sechs Verstecken. Wieder beim Hund gehe ich mit ihm eine große acht auf dem Platz natürlich mit dem Hörzeichen Fuß und achte darauf, dass er das Fuß auch korrekt ausführt was er jetzt eigentlich überhaupt nicht machen will, weil er ja gesehen hat das ich tolle Leckerlie versteckt habe. Wenn er dann endlich aufmerksam mit geht nähere ich mich irgendein Versteck auf vier bis fünf Metern und gehe in die Grundstellung. Mein Freund an der Leine ist ziemlich aufgeregt und das nutze ich aus. Mit erhobenen Arm gebe ich das Hörzeichen Revier und Lauf zwei Meter mit meinem Hund auf das Versteck zu. Lasse die Leine los und laufe auf die andere Seite des Versteckes. Die meisten Hunde verschlingen das Würstchen und suchen dann noch ein wenig im Versteck ob es noch mehr zu holen gibt. Einige wenige rennen am Würstchen vorbei und bleiben auf der anderen Seite stehen. Macht nichts, wichtig ist nur, dass so wie sich der Hund zeigt ich ihn mit Hier zu mir hole. Er darf auf keinen Fall alleine zum nächsten Versteck. Wieder am Fuß geht es dann in Richtung auf ein anderes Versteck, bis wir alle sechs durch haben. Nach fünf Trainingseinheiten verlängere ich die Distanz zum Versteck auf acht bis zehn Meter, der Teller wird jetzt auch ganz tief ins Versteck gestellt. Es ist enorm wichtig, dass ich es immer schaffe meinen Hund nach dem Würstchen abzufangen und ihn mit Hier zu mir hole. Dafür muss man manchmal ganz schön rennen. Nach weiteren fünf bis sechs Trainingseinheiten bereite ich die Versteck ohne das mein Hund zuschaut vor. Für mich ist auch wichtig, dass es keine Wiederholung in der Reihenfolge der Verstecke gibt. Mein Hund soll auf das Hörzeichen Revier konditioniert werden und nicht auf den Ablauf der Prüfung. Im Schnitt fange ich dann nach weiteren sieben Trainingseinheiten an nicht mehr in jedes Versteck ein Würstchen zu legen. So nach und nach verschwinden erst die Teller und dann auch die Würstchen. Aber als Überraschung stehen auf einmal Sportsfreunde aus dem Verein in diesem oder jenem Versteck. Es wird so lange geübt bis ich meinen Hund bei der Unterordnung einfach mal um ein oder zwei Verstecke schicken kann. Wenn wir es geschafft haben zwei oder drei Verstecke zunehmen bekommt er natürlich sein Würstchen bei mir. Jetzt erst beginnt die Arbeit mit dem Helfer. Die Arbeit des Helfers beschränk sich darauf, dass er nur auf dem Platz rum läuft. Das Stellen und Verbellen findet erst nach einer größeren Pause im Schutzdienst statt.