Warum sollte sich Barnabas ohne festes Ziel von mir Entfernen?
Das Voraus ist glaube ich für den Hund die schwerste Übung in der Unterordnung. Bei allen anderen Übungen binden wir den Hund an uns, oder lassen ihn zurück um ihn dann wieder an uns zu binden. Nun soll er sich aber, ohne eine richtige Motivation, gerade von uns weg bewegen und das auch noch schnell. Fällt mir auch schwer einen Sinn darin zu sehen. Um den Hund dieses Voraus schmackhaft zu machen legen wir am Ende des Platzes Spielzeug oder andere motivierende Sachen aus. Spannend wird es, wenn wir nichts mehr dort liegen haben. Viele Hunde haben dann ein Problem und fangen das suchen an. Selbst bei einer VPG 3 sieht man immer wieder Hunde die erst einmal kreisen bevor sie sich legen. Darum habe ich bevor ich mit Barnabas anfing das Voraus zu üben unzählige Bücher gelesen, im Internet gesucht und mit vielen HF gesprochen. Der Kollege Ralf Tegtmeyer beschrieb mir einen anderen Weg den ich für mich so ausgelegt habe:
Eine Hilfsperson hält meinen Hund während ich in ca.20 Metern Entfernung kniend mit der Hand am Boden fummele. Nach einer Minute gehe ich in gebückter Haltung zurück in Richtung Hund und zeige mit dem rechten Arm immer auf die Stelle wo ich gefummelt habe. Beim zurückgehen wird der Hund über die Stimme „schau mal, feiner usw.“ motiviert. Das Hörzeichen Voraus gebe ich nach 6 bis 7 Metern, weil ich mit dem Hund zur gleichen Zeit an der Stelle ankommen muss. ( Versteht sich von selbst das die Hilfsperson genau auf das Voraus den Hund frei gibt) Beim erreichen der Stelle kommt sofort das Platz und zwei Sekunden später die Belohnung durch ein kurzes Spiel. (Aber nur wenn der Hund ins Platz gegangen ist.) Diesen Schritt wiederhole ich 4- bis 5-mal pro Trainingseinheit. Nach der fünften Trainingseinheit verlängere ich meinen Rückweg so dass der Hund einige Sekunden liegen muss bevor er das Spiel als Bestätigung bekommt. Auch hier für brauche ich ca. fünf Trainingseinheiten. Ab hier wird der Weg immer länger pro Training und die Zeit bis zur Bestätigung auch. Eine genaue Stelle wird ab jetzt auch nicht mehr markiert. Bei Barnabas und mir hat es weitere elf Trainingeinheiten mit jeweils fünf Wiederholungen gebraucht, bis unsere Hilfsperson die ihn festhielt, in ruhe ihren Kaffee genießen konnte. Was noch sehr wichtig ist! Für diese Übung brauche ich den ganzen Übungsplatz, weil ich nie zweimal in dieselbe Richtung gehe. So hat der Hund keine Chance sich an irgendwelche Punkte zu gewöhnen. Dieser Weg der Übung dauert wesentlich länger und ist auch schweißtreibender als über einen angebunden Motivationsgegenstand.