Betina Schröder, unsere kommissarische Ausbildungswartin, von der ich die folgende Variante abgeschaut habe, hält sehr viel vom “Anfüttern”(Arbeiten mit der Futterhand, anfüttern ist nicht der treffende Begriff). Darum beschreibe ich diesen Weg hier zuerst.
Arbeit mit der “Futterhand”
Heute haben Betina und ich zum ersten Mal versucht, Arthos “anzufüttern”. Ehrlich gesagt, hat Betina den Hund geführt und ich habe daneben gestanden und versucht, ihr so viel wie möglich abzugucken. Was für mich ganz wichtig war, war die Besprechung der Übung, noch ehe wir auf den Platz gingen.
Begonnen haben wir die Trainingseinheit mit ein wenig Auflockerung, die aus Fuß gehen, ein oder zwei Winkeln, einer Wendung und einer passenden Belohnung bestand. Dabei habe ich meinen Hund selbst geführt und Betina hat uns beobachtet. Erst nach dieser Einleitung habe ich Arthos bei Betina abgeliefert. Mit der Beißwurst hat sie ihn auf sich gepolt, ein wenig mit ihm gespielt und dann ging’s los:
Aus der Vorwärtsbewegung (der Hund muss dabei nicht Fuß gehen, er sollte sich aber an der linken Seite des Hundeführers befinden, ein korrektes Fuß ist hier nicht von Bedeutung, erschwert eher den Übungsablauf) hat sie sich halb zu ihm gewendet und abgestoppt, wobei sie ihm mit der rechten Hand ein Leckerli anbot. Verwirrt versuchte Arthos, sich hinzusetzen, was Betina mit einem neutral und ruhig gesprochenen „Nein“ quittierte. Auch bei der zweiten Wiederholung desselben Ablaufs machte Arthos den Versuch, sich hinzusetzen – und wieder kam ein „Nein!“. Schon beim dritten Versuch änderte Arthos seine Taktik und legte sich diesmal hin, was ihm erneut ein „Nein!“ einbrachte. Von Mal zu Mal versuchte der Hund jetzt eine andere Taktik, bis er plötzlich relativ ruhig stehen blieb – und sofort mit Futter belohnt wurde. Noch geschah alles ohne gesprochene Befehle.
Insgesamt brauchte Betina kaum mehr als fünf Minuten, um die Verknüpfung zwischen „Stehen bleiben“ und „Futter bekommen“ bei Arthos zu erzeugen. Zwar kamen immer mal wieder wackelige Stehversuche zustande, weil mein Hund noch nicht hundertprozentig kapiert hatte, worum es ging, doch die Anzahl korrekten Stehenbleibens wurde prozentual immer größer.
Um den Hund nicht zu überfordern brach Betina die Übungseinheit nach rund zehn Minuten ab und belohnte unseren tierischen Probanden mit einem finalen Beißwurstspielchen. Mit eroberter Beißwurst wurde Arthos von mir vom Platz geführt.