Letztes Wochenende war ich nicht zuhause und konnte deswegen mit Arthos nicht auf den Übungsplatz. Heute hatte ich mir vorgenommen, die Übungseinheiten zum Stichwort “Externe Bestätigung” zu wiederholen und dabei zu verfestigen. Es ist klar, dass zweimaliges Üben nicht wirklich etwas “verfestigt”. Jedes seriöse Lehrbuch spricht von 300 bis 400 maliger Wiederholung, damit die Befehlsstrukturen im Hirn unseres Vierbeiners einigermaßen sicher verankert werden.
Unterordnung
Also habe ich mit Arthos einen Zeitpunkt abgepasst, wo nur zwei andere Klubmitglieder geübt haben. Nach ein paar einführenden Spieleinheiten habe ich Arthos’ Fähigkeiten, sich von der neben ihn geworfenen Beißwurst loszureißen, getestet. Man glaubt ja gar nicht, wie schwierig das ein kann! Ohne diese Ablenkung schaut er mir sonst immer mal wieder in die Augen, ehe wir losgehen. Die links neben ihm liegende Beißwurst scheint ihn allerdings regelrecht zu hypnotisieren. Erst ein deutlich gemurmeltes Kommando macht Arthos überhaupt darauf aufmerksam, dass er und seine Beißwurst nicht allein auf dem Platz sind.
Bettina, unsere Ausbildungswartin, achtet mit Argusaugen darauf, dass Arthos wenigstens ein paar Schritte korrekt “Fuß” läuft, ehe ich ihn mit einem kurzen “Hol sie dir!” erlösen kann. Nach meiner Meinung wäre das vielleicht schon früher möglich gewesen, doch von außen sieht man natürlich viel besser, wie der Hund sich bewegt. Nach ein paar Wiederholungen lasse ich’s gut sein. Wichtig ist, dass die letzte Übung “korrekt” abgelaufen ist. Nur mit einem Erfolgserlebnis für Hund und Hundeführer sollte man den Platz verlassen.
Schutzdienst
Bettina meint, Arthos und ich sollten ruhig mal drei Wochen ohne Schutzdienst verbringen. Erst, wenn mein Hund in der Unterordnung Anzeichen zeigt, dass er “in der Hand seines Hundeführers” steht, sollten weitere Übungseinheiten angegangen werden. Ein wenig gefrustet lasse ich mich auf diese Argumentation ein.
Eigentlich hatte ich mir gemerkt, dass der Hund möglichst alle Übungen regelmäßig wiederholen soll und dass ich ihn durch abwechslungsreiche Trainingseinheiten vor Langeweile schützen soll. Als ich darum vorgeschlagen hatte, diesmal während des Schutzdienstes “Revieren” zu üben, dachte ich, ich würde auf Zustimmung stoßen. Leider war dem nicht so. Mal sehen, was nächstes Mal passiert.
Wobei “nächstes Mal” sowieso mit Sebastian als Mentor durchgeführt werden soll. Bettina meinte, sie habe mit all den anderen Hunden schon so viel zu tun, dass sie ein wenig deligieren muss. Wenn ich’s mir recht überlege, kommt mir das durchaus gelegen, denn zwischen Bettina und mir schien in letzter Zeit eine Art Kommunikationsbremse angezogen zu sein. Ich habe nicht immer verstanden, was sie mir sagen wollte. Kommt Zeit, kommt Rat.